| Aktien bewerten |
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Angenommen sie interessieren sich für Aktien, wie würden sie bei der Auswahl vorgehen? Statistisch gesehen könnte selbstverständlich auch die Auswahl mit geschlossenen Augen und kreisendem Finger zum Erfolg führen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering. Wenn sie dann die geeignete Aktie gefunden haben, wann kaufen sie diese? Wann verkaufen sie diese? Ein Großteil der Anleger scheint dem Prinzip teuer kaufen, billig verkaufen zu fröhnen, wenn sie nicht dazu gehören möchten, kann ihnen dieser Artikel eventuell weiterhelfen. Grundsätzlich gibt es zunächst zwei Auswahlverfahren. Sie können zum Beispiel zunächst die Kennzahlen einiger Unternehmen, die sie interessant finden, ausgiebig studieren. Dann verfolgen sie den sogenannten Bottom-up-Ansatz. Dieser Ansatz ist besonders für erfahrene Anleger, die bereits eine gewisse Vorauswahl an Aktiengesellschaften getroffen haben, geeignet. Oder sie schließen von den konjunkturellen Aussichten auf die zukünftigen Entwicklungen einzelner Unternehmen, was als Top-down-Ansatz bezeichnet wird. In der Realität gehen diese beiden Ansätze Hand in Hand. Es bleibt die Frage welche Kennzahlen betrachtet werden sollten. Verinnerlichen sie sich einige Grundsätze. Es gibt keine todsicheren Tipps, es gibt keine einzigartige Gelegenheit, die nie wieder kommt. Behandeln sie Unternehmen niemals an reines Spekulationsobjekt. Warren Buffet, einer der reichsten Männer der Welt, wurde nicht über Nacht reich. Zu seiner Zeit gab es keinen Internetaktienboom, keine Solaraktienblase. Er investierte in Unternehmen, da er an deren Potential Gewinne zu realisieren glaubte. Fimatex.de - Ihre Online BrokerVon Bluechips, Midcaps und SmallcapsJedes Unternehmen hat andere Aussichten Gewinne und Wert zu generieren. Ein wesentliches Merkmal hierfür ist die Größe der Gesellschaft. Große Unternehmen, die sogenannten Blue Chips, haben ihre glanzvollen Wachstumszeiten oftmals hinter sich. Weiteres Wachstum lässt sich oftmals nur durch Zukäufe, Umstrukturierungen und konjunkturelle Veränderungen herbeiführen. Mittlere Unternehmen, sogenannte Midcaps, haben oftmals noch nicht ihr volles Potential ausgereizt und besetzen erfolgreich interessante Nischenmärkte. Andererseits droht die Gefahr, dass frühere Wachstumsprozeße zu fehlerhaften Strukturen und Entscheidungen geführt haben, die sich negativ auf die Zukunft dieser Unternehmen auswirken könnten. Kleine Unternehmen, auch Smallcaps genannt, stehen oftmals am Beginn ihrer Geschäftstätigkeit. Die Qualität des Managements und der Produkte wird in Zukunft darüber entscheiden, ob erhebliche Wachstumsraten generiert werden, oder ob das Unternehmen in 7 Jahren für immer von der Bildfläche verschwindet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis einer AktieDa die Börse zu großen Teilen die Zukunftsphantasie der Aktien bewertet, ergeben sich große Unterschiede. Bluechips wie Daimler Chrysler oder Allianz wurden historisch betrachtet irgendwo zwischen dem 10 bis 20 fachen Jahresgewinn bewertet. Verdient ein Unternehmen beispielsweise 5 Millionen Euro und besitzt 100.000 Aktien, so wird ein Gewinn von 50 Euro pro Aktie erzielt. Spricht man von der 10fachen Bewertung dieser Aktie, ergäbe sich ein Aktienkurs von 500 Euro. Die daraus resultierende Kennziffer, das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis oder PER - Price Earning Ratio) ist ein aussagekräftiger Indikator für die Bewertung von Unternehmen. Midcaps haben teillweise deutlich bessere Aussichten ihren Erfolg in Zukunft auszubauen. Daher werden mittelgroße Unternehmen durchaus mit dem 15-35 fachen ihres Jahresgewinnes bewertet. Bei Smallcaps lässt sich das KGV nur bedingt als Indikator heranziehen. Oftmals erzielen kleine Unternehmen beispielsweise abschreibungsbedingt noch überhaupt keine Gewinne. Auch wenn ein kleines Unternehmen heute mit dem 100fachen des aktuellen Jahresgewinnes bewertet wird, reduziert sich diese schwindelerregende Bewertung durch einen Gewinnanstieg von 100% auf ein KGV von 50 für das nächste Jahr. Nach dem gleichen Prinzip lässt sich das Verhältnis zwischen Marktkapitalisierung und Umsatz der Gesellschaft errechnen. Als erfahrenerer Anleger möchten sie bestimmt an dieser Stelle einwenden, dass das KGV gerade auf mittelfristige und kurzfristige Entwicklungen oftmals nur geringen Einfluss hat. Kostolany, zwar nicht unbedingt der erfolgreichste Investor aller Zeiten, jedoch sicher der charmanteste, verglich die Börse einmal mit einem Hund. Er meinte, sie laufe zwar zuweil weit hinter oder vor dem Besitzer, komme aber früher oder später wieder zu ihm zurück. Nehmen wir einmal die zahlreichen Kleinanleger, die Aktien der deutschen Telekom gekauft haben. Als die Aktien der deutschen Telekom im Jahr 1996 zu 14,97 Euro in den Handel kamen, setzte eine Euphorie ein, die den Kurs der Aktie innerhalb von 4 Jahren bis auf 100 Euro anschnellen ließ. Selbst wenn man den für 2007 kalkulierten Konzergewinn zu Grunde legt, also die Wachstumsaussichten der letzten 11 jahre, wäre die Telekom etwa mit dem 100fachen ihres aktuellen Jahresgewinnes bewertet. Würden sie ihr Geld an jemanden verleihen, der ihnen verspricht den geliehenen Betrag nach 100 Jahren ohne Zinsen zurückzuzahlen? Genauso wenig Sinn macht das Engagement in einer solchen Aktie. Fimatex.de - Ihre Online BrokerVon Aktiencharts und MitläufernDie einzige Erklärung, warum diese Aktien zu solchen unglaublichen Preisen gehandelt wurden, ist die Psychologie. Psychologische Bewegründe treiben Menschen zu impulsiven, unüberlegten Entscheidungen. Ein psychologischer Grund für den Kauf einer Telekom Aktie war die Greifbarkeit des Unternehmens. Jeder kannte es, jeder wusste womit die Gesellschaft ihr Geld verdiente. Psychologie bestimmt nicht erst seit der Telekom viele Kursentwicklungen. Kriege, innovative Technologien, politsche und gesellschaftliche Veränderungen, eine Auflistung aller Spekulationsblasen der Weltgeschichte könnte Bände füllen. Es verwundert nicht weiter, dass im Laufe der Jahre zahlreiche Börsenweisheiten entstanden. "Sell in may and go away", "Never catch a falling knife", "Kauf wenn die Kanonen donnern" um nur einige von ihnen zu nennen. Jede dieser Börsenweisheiten beruht auf Erfahrungen, auf Ereignissen die tatsächlich stattgefunden haben. Somit enthält jede dieser Aussagen auch ein Fünkchen Wahrheit. Als Indikator für die Bewertung von Aktien sind sie aber nur bedingt zu gebrauchen. So entstanden nicht zuletzt paralell zu diesem Börsengarn die ein oder andere, als Profitechnik beworbene, Analysemethode. Die Chartanalyse und die Trendanalyse sind zwei der bekanntesten Methoden Aussagen außerhalb der reinen fundamentalen Daten zu treffen. Die Chartanalyse beschäftigt sich im Wesentlichen damit, das Aussagen über zukünftige Kursentwicklungen auf Basis vergangener Kursentwicklungen getroffen werden sollen. Hinter zahlreichen Kunstbegriffen wie charttechnischen Widerständen, Trendlinien und Trendkanälen versteckt sich die Welt der Chartanalysten. Charts können dem Anleger eindeutig sagen wann er hätte kaufen oder verkaufen müssen, für solide Zukunftsprognosen sind sie ähnlich verlässlich wie Kaffesatzlesen. Die Trendanalyse verfolgt einen ähnlichen Ansatz und beruht auf den Prinzipien der Chartanalyse. Allerdings ist die Trendanalyse oftmals weiter gefächert als die reine Chartanalyse einer einzelnen Aktie. Die technische Trendanalyse, auch Chartanalyse, ist nur ein Teilgebiet. Gegenüber der reinen Chartanalyse berücksichtigen Trendanalysen zyklische Abläufe deutlicher. Beide Analysemethoden verfolgen das Ziel, eine festgelegte Vergleichmarke (Benchmark), beispielsweise einen Aktienindex, zu schlagen. Wie aussagekräftig charttechnische Analysen sind, ist nicht wissenschaftlich belegbar und sehr umstritten. Fakt ist jedoch, dass sie ungewollt gerade auf kurz- und mittelfristige Perspektiven einen wirklich guten Indikator liefern. Am Beispiel der Telekomaktie betrachtet, kommt man zum Schluss, dass Kursanstiege durch stetig hohe Handelsvolumen und Kursrutsche zunächst durch niedrige Handelsvolumen begleitet wurden. Diese Feststellung heisst im Klartext, dass sich viele (eventuell sehr zittrige) Kleinanleger eingekauft hatten. Kurskorrekturen hingegen entstanden nur durch kleine Teilverkäufe von Aktienbeständen. In einem solchen Falle ist eine Entwicklung ähnlich einem Flaschenhals abzusehen. Irgendwann werden die Kleinanleger auf Grund ihrer Gewinne nervös. Fängt der Kurs an zu rutschen, schwemmen so viele Papiere auf den Markt, dass es dafür niemals ausreichend Käufer geben kann. Der Kurs fällt ins Bodenlose. Dieser Indikator gibt Auskunft darüber, wie teuer eine Aktie bewertet und wie es um die Struktur der engagierten Anleger bestellt ist. |
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