Wachstumsaktien

Warren Buffet, einer der reichsten Männer der Welt, kaufte seit 1968 immer wieder Aktien von Unternehmen, die ein überdurchschnittliches Wachstum aufwiesen. Es war ihm wichtig, das die ausgewählten Unternehmen ihre Gewinne Jahr für Jahr deutlich steigerten, sozusagen einen Mehrwert schafften. Seine Bilanz: Wer 1968 für 10.000 US Dollar Aktien von Warren Buffets Beteiligungsfirma Berhshire Hathayway gekauft hätte, würde heute über ein Vermögen von über 30 Millionen US Dollar verfügen.

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In Warren Buffets Strategie finden sich bereits die wichtigsten Merkmale von Wachstumsaktien wieder:

  • überdurchschnittliches Gewinnwachstum Jahr für Jahr
  • überdurchschnittliche Wachstumsperspektiven
  • etablierte Marken und Unternehmen

Sie sind der Meinung, dass sie bis jetzt noch nichts neues gelesen haben? Wussten sie, das Warren Buffet in guten Börsenphasen regelmässig unterdurchschnittlich im Vergleich zu Aktienindizes und Konkurrenz abschloss?

Gerade in Übertreibungsphasen können klassische Aktien oftmals nicht mit dem Markt mithalten. Andererseits fallen die Kurse von Unternehmen, die unabhängig von der Börsenlage hervorragende Ergebnisse erwirtschaften, auch in schlechten Börsenphasen weit weniger als der Markt. Als die Aktienkurse im Jahr 2000 zu purzeln begannen, der S&P 500 schloss mit einem Jahresminus von 10,1 %, erzielte Warren Buffet noch immer eine Rendite von 23,8 %.

Wachstumsaktien sind keine hochriskanten Garagenunternehmen mit wenig transparenten Geschäftsmodellen, die von zwielichtigen Börsengurus und ihren Börsenbriefen oder -reporten empfohlen werden. Wachstumsaktien können auch Blue Chips oder Midcaps sein, Aktien von Firmen, deren Name ihnen durchaus bekannt sein dürfte.

Um Missverständnissen vorzubeugen, nicht jede grundsolide Aktiengesellschaft mit einem erfolgreichen Geschäftsmodell ist eine Wachstumsaktie. Greifen wir zurück auf Daimler Chrysler, die bereits im Artikel Aktien finden angesprochen wurden. An dieser Stelle soll weder die Qualität der Daimler Produkte, noch die Fähigkeit des Daimler Managements in Frage gestellt werden. Mercedes baut tolle Autos, Daimler Chrysler ist eine grundsolide Firma und ein absoluter Global Player, der zahlreiche Arbeitsplätze schafft.

Nur die Aktien der Firma Daimler Chrysler waren eine denkbar schlechte Langfristanlage. Hätten sie 1987 Aktien dieses Unternehmens gekauft, wären Kurse zwischen 45 und 55 Euro denkbar gewesen. Exakt 20 Jahre später steht Daimler Chrysler erneut bei 55 Euro.Sie könnten dagegen argumentieren, dass diese Aktien 1998 ein Jahreshoch von über 100 Euro erreichten. Allerdings wäre das immernoch eine dürftige Rendite von 50% über einen Zeitraum von 11 Jahren, vorrausgesetzt sie hätten auch wirklich zum absoluten Höchstkurs verkauft. Aus diesem Fallbeispiel würde sich dann eine eher magere jährliche Rendite zwischen 5-7% ergeben.

Um in der Automobilbranche zu bleiben, vergleichen wir Daimler Chrysler einmal mit Porsche. Wahrscheinlich werden sie den Porsche Carrera attraktiver finden, als eine Mercedes C Klasse. Auch wenn dies nicht der Fall sein sollte, das rasantere und sportlichere Auto ist es in jedem Fall. Genau das gleiche lässt sich auch bei einem Vergleich der Aktienkurse feststellen. Zu Beginn des Jahres 1997 notierten Porsche Aktien bei 70 Euro. Nur zehn Jahre später, Anfang des Jahres 2007, sind diese bereits 1050 Euro wert.

Die Aktien der Stada Arzneimittel AG gingen 1998 zu unter 8 Euro in den Handel. Die Gesellschaft schaffte es nicht nur Jahr für Jahr  ihre eigenen Wachstumsprognosen zu schlagen, auch der Kurs ihrer Aktien legte auf über 46 Euro im Jahr 2007 zu. Selbst über die schlechten Börsenjahre 2000, 2001 und 2002 verdreifachte sich der Kurs der Stada Aktien.

Der amerikanische Kaugummi Produzent Wrigley ist auch eine dieser Firmen, denen es gelang ihre Ergebnisse Jahr für Jahr auszubauen. Wrigley Aktionäre wurden für ihr Vertrauen belohnt, die Aktien notierten bspw. 1991 noch unter 6 US Dollar. Anfang des Jahres 2007 steht der Kurs der Wrigley Aktie bei über 50 US Dollar.

Gelingt es Aktiengesellschaften wirklich regelmäßig ihre Ergebnisse überdurchscnittlich zu steigern, schlägt sich dies mit der Zeit auch im Kurs der Aktie nieder. Allerdings sind nur sehr wenige Unternehmen in der Lage, diese Leistung zu vollbringen. Wachstumstarke Unternehmen besitzen in der Regel ein nahezu einmaliges Produkt oder ein ganz besonderes Know How und sichern sich so ihren Vorsprung vor der Konkurrenz. Wachstumsaktien müssen keine unausprechlichen Namen oder eine sehr niedrige Marktkapitalisierung haben, Wachstumsaktien sind ofmals Unternehmen die schon seit langer Zeit Jahr für Jahr beweisen, dass sie etwas ganz Besonderes sind.

Nehmen wir einmal die Aktien der Continental AG. 1997 hätten sie diese zu unter 20 Euro kaufen können. Bis 2003 führten die Aktien der Gesellschaft ein Schattendasein, fielen zwischenzeitlich sogar unter 10 Euro. Ein langfristig orientierter Investor, von den fundamentalen Leistungen des Unternehmens überzeugt, hätte also weitere Aktien nachkaufen können. Ab 2003 wurden die konstant guten Leistungen der Continental belohnt, der Aktienkurs kletterte bis Anfang 2007 auf über 100 Euro. Der Aktienkurs des Unternehmens verfünfachte sich innerhalb der letzten zehn Jahre, trotz der sechsjährigen Durststrecke blieben sagenhafte 17,5 % Rendite pro Jahr.