Bausparen und Finanzieren
Der Bausparvertrag ist in Deutschland eine sehr beliebte Möglichkeit um frühzeitig Eigenkapital anzusparen.

So funktioniert das Bauspardarlehen

Hat der Bausparer die bei Vertragsbeginn vereinbarte Prozentzahl der Bausparsumme angespart (30-50%), kann er ein Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Die Verzinsung dieses Darlehens wird ebenfalls bei Abschluss des Bausparvertrags vereinbart. Um einen niedrigen Zinssatz für das Bauspardarlehen zu erreichen, muss der Bausparer eine niedrige Verzinsung seiner Beiträge in Kauf nehmen. Der Unterschied zwischen der Verzinsung des Guthabens und des Darlehens beträgt in der Regel 2 %.

Während der Bausparer A seinen Bausparvertrag bespart, nimmt der Bausparer B das Geld von A als Bauspardarlehen in Anspruch. B zahlt also die Zinsen für das Guthaben von A, eine einträgliche Sache - für die Bausparkassen.  Um jedoch die Wartezeit bis zur Zuteilung des Bausparvertrags von A kurz zu halten, muss B das gewährte Bauspardarlehen möglichst schnell zurückzahlen.

Aus diesem Sachverhalt ergeben sich sehr hohe monatliche Tilgungsraten für Bauspardarlehen. Bei einem Bauspardarlehen von 60.000 Euro, 5 % Zinsen und einer Tilgung von 7% zuzüglich der anfallenden Zinsen, ergäbe sich eine hohe monatliche Belastung von 600 Euro.cVon einer vollständigen Finanzierung von Wohneigentum durch einen Bausparvertrag sollte man daher Abstand nehmen. Neben der Abschlussgebühr, die abhängig von der Wahl der Bausparsumme ist, wird der Bausparvertrag in der Regel zusätzlich durch eine jährlich erhobene Kontoführungsgebühr (im Regelfall zwischen 7 und 10 Euro per Anno) belastet.

Finanzierung durch Bauspardarlehen

Wer beabsichtigt ein Bauspardarlehen zur Finanzierung des Erwerbs von Wohneigentum zu verwenden, wird in der Regel eine deutlich höhere Bausparsumme wählen, als die ideale Rentabilität eines Bausparvertrages dieses zulässt. Anders formuliert, um die günstigen Konditionen eines Bauspardarlehens in Anspruch zu nehmen, müssen über einen recht langen Zeitraum relativ hohe monatliche Beiträge eingezahlt werden, diese werden dann allerdings nur niedrig verzinst.

Eine interessante Alternative ist die Zwischenfinanzierung eines Bausparvertrages. Ist der Bausparer Wohnungsbauprämien und Arbeitnehmersparzulagen berechtigt, ergibt sich eine ideale Bausparsumme von 16.600 Euro bei 7 Jahren Laufzeit. Möchte man jedoch Wohneigentum im Wert von 125.000 Euro erwerben, wäre eine Bausparsumme von wenigstens 25.000 Euro ideal. Je nach Art des Bauspartarifs sind Einmalzahlungen in unterschiedlicher Höhe möglich.  Würde man beispielsweise im letzten Jahr der Zuteilung 3.000 Euro aus eigenen Mitteln einzahlen, würde die Bausparsumme bereits auf 22.600 Euro anwachsen. Die einmalig eingezahlten 3.000 Euro wären somit nur eine verhältnismäßig kurze Zeit von der geringen Guthabensverzinsung betroffen.

Die ideale Möglichkeit hierzu wäre natürlich ein VL Sparplan. Die Arbeitnehmersparzulage wird für VL Sparpläne und Bausparverträge nebeneinander gewährt (es gilt die maximale Förderung auf 870 Euro vermögenswirksame Leistungen pro Jahr). VL Sparpläne sind über 6 Jahre zu besparen, zuzüglich einem weiteren Jahr Haltefrist. 

Wenn sie den Vorteil einer Einmalzahlung in Anspruch nehmen möchten, sollten sie die vertraglichen Bedingungen ihrer Bausparkasse berücksichtigen. Lassen sie sich beraten.