Schulden vermeiden

Schulden sollte der Mensch meiden so gut es geht. Es gibt selbstverständlich Situationen, in denen man unverschuldet zur Aufnahme von Kredite gezwungen wird. Der Erwerb eines Modeaccessoirs gehört allerdings nicht dazu. Wer nicht auf Gelder spekuliert, die er nicht besitzt, kann sich auch nicht verspekulieren. Das klingt einfach und plausibel, fällt aber vielen Menschen heutzutage sehr schwer.

Die größte Gefahr am Konsum auf Kredit ist allerdings nicht die Gefahr, dass der Kredit eines Tages nicht mehr zurück bezahlt werden kann. Vielleicht lesen sie diesen Artikel bereits kopfschüttelnd oder belustigt über die veralteten Ansichten.

Haben sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, das sie nahezu mit jedem durch Konsum bedingten Kauf verarmen? Das wird ihnen zu abstrakt? Nun, in der Regel erwirbt man eine Ware zum Neupreis. Bereits mit dem erstmaligen Benutzen der Ware verliert diese an Wert. Je nach Art des Gutes sinkt der Wert über die Jahre hinweg unteschiedlich stark weiter. Haben sie die Ware allerdings auf Kredit gekauft, verlieren sie ja nicht ihr eigenes Geld. Im Gegenteil, zum Wertverlust kommt auch noch eine zusätzliche Gebühr, die Zinsen, dazu.

Nehmen wir an, sie kaufen heute einen Plasmafernseher zum Preis von 1.000 Euro mit einer Finanzierung über 24 Monate. Im Laufe der zwei Jahre werden sie etwa 1.150 Euro bezahlen müssen. Vermutlich ist der Fernseher nach zweijähriger Nutzung noch zweihundert Euro wert. Das kleinere Problem sind also die 150 Euro Zinsen. Die restlichen 800 Euro Wertverlust wiegen deutlich schwerer. Hätten sie die tausend Euro für den Fernseher zuvor mühevoll ersparen müssen, wäre ihnen der Kauf dieses Konsumgutes wahrscheinlich nicht so leicht gefallen wie durch den unkomplizierten Ratenkredit.  Sie würden sich eventuell ärgern oder schwören diesen Fehler nicht nocheinmal zu begehen, um zwei Jahre darauf  genau das Gleiche beim ratenfinanzierten Kauf einer Stereoanlage erneut zu erleben.

Der Wertverlust und die Kreditzinsen in diesem Beispiel sind zwar ärgerliche Faktoren, zur Einsicht werden sie in unserer Gesellschaft allerdings wohl kaum reichen.

Ein richtiges Problem entsteht erst dann, wenn das Konsumgut nicht nur an Wertverlust leidet und Kreditzinsen verursacht. Nicht selten entstehen Folgekosten aus dem Kauf von Waren. Diese werden oftmals unterschätzt oder auch gar nicht einkalkuliert.  Das Paradebeispiel ist der Kauf eines Autos auf Kredit. Es entstehen Benzinkosten, Reparaturkosten, Steuerkosten, Versicherungskosten, Inspektionskosten, Materialkosten, Pflegekosten ...

Sollten sie die Kosten allerdings so sehr unterschätzen, dass die Zahlung der Kreditraten in Gefahr gerät, sind sie auf dem besten und schnellsten Weg in die Schuldenfalle. Man muss nicht zwangsweise Kosten unterschätzen, es reicht auch wenn man sich und seine Einnahmen überschätzt.

Rund um die Finanzen geht aus auch im Forum für Sozialrecht , einen Besuch ist es wert.